Tipps für Mieter & Vermieter rund ums Thema Gas

Von den rund 40 Millionen Haushalten in Deutschland heizen rund die Hälfte mit Gas. Auch beim Kochen oder für die Warmwasseraufbereitung wird Gas genutzt, jedoch befinden sich fast 90 % aller Gasnutzer in der teuren Grundversorgung. Nur etwas über zehn Prozent aller Verbraucher haben inzwischen zu einem günstigeren Gasanbieter gewechselt, obwohl es diese Möglichkeit seit 2006 gibt. Damit verschenken die Deutschen bei ihrer Gasrechnung über drei Milliarden Euro pro Jahr – so hoch ist im Ganzen die Differenz zwischen der teuren Grundversorgung und den alternativen Angeboten.

Wie kommen Mieter und Vermieter zu günstigem Gas?

Den Mietern ist nicht immer ein Vorwurf zu machen, wenn sie zu teures Gas beziehen. Wenn sie in der Grundversorgung des lokalen Anbieters stecken, kann das daran liegen, dass der Vermieter mit diesem einen Vertrag abgeschlossen hat, den die Mieter nicht ohne Weiteres kündigen können. Das lässt sich aber ändern. Vermieter sind an das „Wirtschaftlichkeitsgebot“ gebunden. Sie müssen daher nach günstigen Anbietern suchen, doch sie müssen nicht den absolut günstigsten wählen.

 

Heizen mit GasSollten jedoch die Betriebskosten für eine Wohnung in einem Jahr um über zehn Prozent steigen, darf der Mieter dafür vom Vermieter eine Begründung verlangen. Das könnte ein Anlass sein, auf einen günstigeren Gasversorger zu verweisen. Manche Vermieter kümmern sich einfach nicht darum. Als Mieter können Sie den Gasversorger selbstständig wechseln, wenn in Ihrer Wohnung ein eigener Gaszähler installiert ist. Sollte allerdings der Mieter einen Versorger mit zentralem Zähler für einen Gebäudekomplex vertraglich gebunden haben, müsste sich zunächst die Mietergemeinschaft darüber einig werden, dass ein Wechsel sinnvoll wäre. Dann ginge es noch darum, zu welchem Versorger gewechselt werden soll. So eine Einigung ist nicht leicht zu erzielen.

Szenarien für günstiges Gas

Mieter mit eigenem Zähler sollten unverzüglich einen alternativen, günstigen Versorger suchen, wenn sie aktuell mit teurem Gas vom Stadtwerk versorgt werden. Bei einer zentralen Gasversorgung wäre eine Mieterversammlung fällig, bei der die Mietergemeinschaft nach gründlicher Recherche einen Gasversorger wählt, mit dem jeder Mieter leben kann. Dieser Versorger kann dann dem Vermieter vorgeschlagen werden.

Eine juristische Handhabe zur Durchsetzung dieses Vorschlags gibt es allerdings nur, wenn tatsächlich die Betriebskosten innerhalb des letzten Jahres um 10 % gestiegen sind, und das wegen der Gasrechnung! Das passiert nicht ohne Weiteres, zumal die Gaspreise seit 2014 relativ stabil sind und manchmal sogar sinken. Sollte sich dennoch durch den Wechsel eine deutliche Kostenersparnis ergeben, wäre Überzeugungsarbeit gegenüber dem Vermieter gefragt. Diesem können nämlich die Gaskosten im Grunde egal sein, weil er sie auf die Betriebskosten umlegt. Die meisten Vermieter sind allerdings vernünftig genug, dem Vorschlag einer Mietergemeinschaft zu folgen, wenn diese geschlossen auftritt.