Ist ein Gasanbieterwechsel auch als Mieter möglich?

Ein Gasanbieterwechsel ist auch für Mieter möglich. Er ist für diese zwar nicht so einfach wie für Besitzer eines Eigenheims, doch mit der entsprechenden Struktur innerhalb des Miethauses und/oder einer Verhandlung mit dem Vermieter gelingt es auch Bewohnern von Mietwohnungen, per Gasanbieterwechsel zu einem günstigen Tarif zu gelangen. Strukturell ist der Zugang zum eigenen Zähler sehr vorteilhaft.

Voraussetzungen für den Wechsel des Gasanbieters

Es gibt Mehrparteienhäuser mit Gas-Etagenheizung, in denen jede Mietwohnung mit ihrem eigenen Gaszähler ausgestattet ist. In diesen Fällen können die Mieter in der Regel ohne Probleme ihren Gasanbieter wechseln. Sollten sich die Zähler im Keller befinden, müssen Vermieter und Hausverwaltungen ihren Mietern den jeweiligen Zähler zeigen. Fast immer wird er entsprechend beschriftet sein.

Gasanbieterwechsel Mietwohnung

In manchen Mehrfamilienhäusern wird allerdings das Gas zentral gezählt, der Vermieter legt den Verbrauch auf alle Mieteinheiten um. In so einem Fall ist der Gasanbieterwechsel für die Mieter etwas komplizierter. Sie müssen sich an den Vermieter wenden, denn nur er kann einen Gasanbieterwechsel veranlassen. Zu diesem Zweck sollten sich die Mietparteien über einen sinnvollen Wechsel einig werden und ihrem Vermieter den entsprechenden Vorschlag unterbreiten.

Die Mieterversammlung findet einen günstigeren Gasanbieter über einen Gaspreisvergleich. Das Argument, das hiermit die Heizkosten zu senken sind, zieht fast immer. Voraussetzung ist eine gute Schätzung des Gasverbrauchs für das gesamte Haus. Damit lässt sich das konkrete Einsparpotenzial belegen. Eine juristische Handhabe würde sich ergeben, wenn die Nebenkosten aufgrund steigender Gaspreise um mehr als 10 % pro Jahr gestiegen sind. Dieser Fall ist seit 2014 kaum noch aufgetreten, die Gaspreise blieben bislang (Stand: Ende 2016) stabil oder sanken sogar. Verhandlungen mit dem Vermieter sind daher sinnvoller.

Den Gaspreisvergleich richtig durchführen

Verbraucherschützer empfehlen, einen Online-Tarifrechner für den Gaspreisvergleich einzusetzen. Für diesen Vergleich sind die Postleitzahl und der Jahresverbrauch einzugeben. Auch lassen sich im Rechner Tarife mit Vorkasse oder langen Laufzeiten und Kündigungsfristen abwählen. Nicht zuletzt können sich Mieter für einen Öko-Tarif entscheiden.

Es gibt in Deutschland inzwischen deutlich über 800 Gasanbieter und mehr als 8.000 verschiedene Tarife. Daher sollte der Vergleich überlegt und auch nach Absprache mit dem Vermieter durchgeführt werden. Wenn sich dieser von den Vorteilen eines Wechsels überzeugen lässt, führt er ihn auch durch. Den erstbesten Gasanbieter müssen Mieter nicht auswählen. Sie sollten nach den höchsten Preisvorteilen bei gleichzeitig besten Konditionen schauen. Der Gasanbieter kann dabei durchaus seinen Sitz in einem anderen Bundesland haben.