Wie sieht die Gaspreisentwicklung in Zukunft aus?

Die Gaspreisentwicklung ist Ende des Jahres 2016 in Deutschland nicht unbedingt beunruhigend, in den meisten Regionen bleiben die Gaspreise stabil oder sinken sogar leicht. Doch das muss nicht so bleiben, Verbraucher beobachten daher die Gaspreisentwicklung sehr genau. Immerhin heizen 50 % der deutschen Haushalte (rund 20 Millionen) mit Gas. Der Gaspreis ist daher sehr bedeutsam. Inzwischen gibt es weit über 850 Gasanbieter in Deutschland, die sich nun verstärkt die Kunden bemühen. Sie locken mit günstigen, intelligenten Tarifen und mit Neukundenboni, doch immer noch wechseln viel zu wenig Haushalte zu einem günstigeren Versorger. Gerade Kunden der teuren Grundversorgung sollten dringend einen Gaspreisvergleich durchführen.

Wie reagieren die Deutschen auf die Gaspreisentwicklung?

 

GaspreisentwicklungDie Deutschen beachten die Gaspreisentwicklung ganz eindeutig zu wenig. Energieexperten können sich dieses Phänomen kaum erklären, denn das Einsparpotenzial durch einen Anbieterwechsel ist gigantisch – es können 900 Euro pro Jahr sein. Vielleicht liegt das Desinteresse der Kunden daran, dass die Gaspreise seit einigen Jahren gelegentlich etwas fallen. Dennoch ergeben sich Einsparungen durch einen günstigeren Anbieter.

Der mangelnde Wechselwillen der Bürgerinnen und Bürger verleitet die Unternehmen zur Nachlässigkeit und motiviert sie nicht, ihre Konditionen zu verbessern. So geben sie bei Weitem nicht die gefallenen Gaspreise 1:1 an die Verbraucher weiter. Wenn aber mehr Gaskunden hierzulande ihren Gastarif checken würden, dann könnte es eine große Wechselbewegung geben, von der nur günstige Anbieter profitieren.

Zusammensetzung des Gaspreises

Die Unternehmen können natürlich nicht unbegrenzt an der Preisschraube drehen. Einige Bestandteile des Gaspreises können sie kaum beeinflussen. Diese werden auch durch politische Vorgaben und natürlich durch den Weltmarkt bestimmt. Die einzelnen Faktoren sind:

Gaspreisentwicklung seit den 2000er Jahren

  • Einkauf und Vertrieb (~50 %)
  • Steuern (~24 %)
  • Messkosten und Netzentgelt (~22 %)
  • Förderabgaben (0,51 – 0,93 ct/kWh)

Ab 1998 wurde über die Liberalisierung des Gasmarktes verhandelt, 2006 trat sie in Kraft. In Deutschland hat nun die Bundesnetzagentur die Aufsicht über den Gasmarkt übernommen, die großen Gasunternehmen haben längst nicht mehr so viel Marktmacht wie früher. Kleinere Anbieter punkten seither auf dem Gasmarkt mit niedrigen Preisen, was den Verbrauchern zugutekommt.

Im Jahr 2010 wurde die bis dato bestehende Ölpreisbindung der Gaspreise fast gänzlich aufgehoben. Das führte zu niedrigeren Gaspreisen, inzwischen hat sich allerdings die Relation wieder zugunsten des Ölpreises geändert, weil auch dieser sinkt. Verbraucher müssen nur wissen, dass der Gaspreis heutzutage von Fördermengen und politischer Einflussnahme (zum Beispiel über Steuern) abhängt, nicht mehr jedoch von der Ölpreisentwicklung.

Die Versorger können seit etwa 2012 Gas recht günstig einkaufen, viele Anbieter reagieren darauf mit Gaspreissenkungen. Die teuren Grundversorger allerdings drehen weiter an der Preisschraube, ihre Gaspreisentwicklung verläuft für die Kunden keinesfalls positiv.

Spezielle Einflüsse auf den deutschen Gaspreis

Deutschland muss Gas importieren, die inländische Produktion ist marginal. Die deutschen Anbieter müssen sich an ausländische Vertragspartner binden, mit denen in der Regel längerfristige Lieferverträge geschlossen werden. Die Gaspreisentwicklung ist globalen Marktgesetzen unterworfen, sie sinken zurzeit, könnten aber auch wieder steigen. Die langfristigen Verträge wiederum binden deutsche Anbieter an einen Lieferanten und dessen Preis, auch wenn der Gaspreis auf dem Weltmarkt aktuell sinkt. Erst nach Auslaufen des aktuellen Liefervertrages könnte ein deutscher Anbieter neue und auch für seine Kunden bessere Konditionen aushandeln.

Gaskunden haben allerdings die Wahl, sich einen neuen Anbieter zu suchen, der vielleicht gerade mit einem oder mehreren Lieferanten neue, günstige Konditionen ausgehandelt hat und diese an seine Kunden weitergibt. Das Problem der ausländischen Lieferanten ist nicht zu unterschätzen: Ein für die EU sehr wichtiger Gasexporteur ist Russland, das die Europäer wegen des Ukraine-Konflikts aktuell mit Sanktionen belegen. Das könnte irgendwann Auswirkungen auf die russischen Gaslieferungen haben.

Kann die Gaspreisentwicklung zu starker Teuerung beim Gas führen?

Das sieht aus technischen Gründen zwar aktuell nicht so aus, denn die Förderbedingungen für Gas und die technischen Möglichkeiten haben sich in den letzten Jahren stark verbessert. Zudem gibt es aktuell genügend Gasvorkommen auf der Welt. Aus politischen Gründen allerdings ist nichts auszuschließen. Wenn es beispielsweise einen ernsthaften Konflikt mit Russland gäbe – ein Handelskrieg würde genügen -, dürften die russischen Gaslieferungen abreißen. Ersatz könnte dann zunächst sehr teuer sein. Doch was sollen Verbraucher gegen solche weltpolitischen Ereignisse tun? – Nun, sie können sich durchaus wappnen.

Auch bei objektiven Preissteigerungen werden diejenigen Anbieter mit kundenfreundlichen Konditionen punkten, die das jetzt schon machen. Hierbei handelt es sich immer um ein Stück Firmenpolitik, das auch wegen objektiver Schwierigkeiten nicht ohne Weiteres aufgegeben wird. Verbraucher sollten daher immer nach einem günstigen Anbieter suchen, der auch unvermeidliche Preissteigerungen erträglich gestaltet. Vor allem aber müssen deutsche Kunden unbedingt Verträge mit teuren Grundversorgern kündigen. Es finden sich in unserem Gasrechner genügend günstige Alternativen.