Ökogas – die bessere Alternative?

Dass es tatsächlich Ökogas (ebenso wie Ökostrom) gibt, haben viele Gaskunden noch gar nicht richtig realisiert. Der Umstieg auf diese Variante, die kostengünstig sein kann, ist ein ganz privater Beitrag zur Energiewende in Deutschland. Mit Ökogas können Sie Ihren Haushalt auf die klimafreundliche Versorgung umstellen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Tatsachen, dass Ökogas in den meisten Fällen günstiger als die Grundversorgung und in etwa so günstig wie sonstige alternative Gastarife sind.

Ökogas Vergleich

Der Vergleich der Ökogastarife funktioniert wie gewohnt über den Gasrechner. Hierzu geben Sie als Kunde Ihren jährlichen Gasverbrauch und Ihre Postleitzahl ein, zusätzlich klicken Sie “nur Ökogas-Tarife” an. Anschließend zeigt das Suchergebnis alle Gasversorger an, die Ökogastarife anbieten. Es kann sich um Bio- oder Klimagas handeln.

Die Top Ökogasanbieter arbeiten in der Regel unabhängig von Großkonzernen und bieten ihr Klima- oder Biogas bundesweit an. Sie investieren in den effizienten Ausbau erneuerbarer Energien, auch werden sie von anderen Kunden empfohlen und auf Vergleichsportalen gut bewertet. Nicht zuletzt unterstützen diese umweltfreundlichen Gasversorger Klimaschutzprojekte auf nationaler und internationaler Ebene. Auf dem deutschen Markt gibt es inzwischen über 300 Ökogasanbieter.

Bio- und Klimagas

Mit Ökogas verbinden viele Kunden Biogas. Es wird umweltschonend erzeugt und verbrennt klimafreundlich. Der Begriff Ökogas ist jedoch nicht geschützt, er steht für verschiedene Varianten von Bio- und auch Erdgas. Teilweise müssen Gaskunden darauf achten, dass sie nicht auf einen Etikettenschwindel hereinfallen.

ÖkogasEs gibt grundsätzlich die beiden Möglichkeiten des Bio- und des Klimagases. Letzteres ist ein weiter gefasster Begriff, der nur ausdrücken soll, dass bei der Erzeugung umweltfreundliche Kriterien beachtet werden. Echtes Biogas hingegen wird durch Vergärung von Biomasse erzeugt. Wenn es verbrennt, setzt es nur denjenigen CO₂-Anteil frei, der zuvor aus der Vergärung von Pflanzen aufgenommen wurde. Unter diesem Blickwinkel handelt es sich bei Biogas um einen sehr umweltfreundlichen Energieträger, dennoch gibt es hierzu auch kritische Stimmen. Die Biogas-Produktion kann negative Auswirkungen haben, wenn der Anbau der benötigten Energiepflanzen (Mais, Grassilage und weitere Getreide-Ganzpflanzensilagen) zu Monokulturen führt oder gar mit Genmanipulation einhergeht. So eine Variante der Landwirtschaft stünde im Widerspruch zur ökologischen Energieversorgung, ist aber nicht auszuschließen.

In Deutschland überwiegen allerdings aktuell die umweltschonenden Aspekte der Biogasproduktion solche möglichen negativen Aspekte bei Weitem. Biogas ist eine regenerative Energiequelle, fossile Brennstoffe werden damit eingespart. Bei Klimatarifen wird herkömmliches Erdgas geliefert, jedoch gleichen diese Anbieter ihren CO₂-Ausstoß an anderen Stellen wieder aus. Sie finanzieren Klimaschutzprojekte, unter anderem sorgen sie für die Wiederaufforstung von Regenwäldern. Diese binden hohe Mengen an Kohlendioxid. Die Unterschiede zwischen Bio- und Klimagas lassen sich wie folgt beschreiben:

Biogas:

Klimagas:

  • Vergärung von Biomasse
  • Gas hat hohen Methananteil
  • Gas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und dann ins Erdgasnetz eingespeist

Ökogas Zertifikate

  • ist herkömmliches Erdgas
  • CO₂-Ausstoß wird über Klimaschutzprojekte ausgeglichen
  • Beleg durch Ökogas Zertifikate

Wie beim Ökostrom existieren inzwischen auch für Ökogas entsprechende Zertifikate. Unabhängige Institutionen vergeben sie, der WWF und weitere Umweltorganisationen haben einen Gold Standard für wirklich umweltschonende Energieerzeugung entwickelt. Dieser garantiert nicht nur die Vermeidung von CO₂, sondern auch die Einhaltung von bestimmten sozialen Kriterien bei der Produktion. Entsprechende Zertifikate oder Siegel erhalten nur Projekte, die auch Arbeitsplätze sichern.

Echte Ökogas Zertifikate gibt es nur für Klimagastarife, nicht aber für Biogastarife, bei denen man per se von umweltfreundlicher Produktion und Verbrennung ausgeht. Da das nicht so selbstverständlich ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, müssen Verbraucher auf die Erfahrungen von seriösen Energieunternehmen vertrauen. Zu nennen wären etwa Greenpeace Energy, Naturstrom und Lichtblick. Letztere garantieren den Kunden beispielsweise, dass nur Biogas aus einer Produktion ohne Genpflanzen und Massentierhaltung geliefert wird.

Wie gelangt Biogas ins Erdgasnetz?

Vor der Einspeisung in das Erdgasnetz muss das Biogas in speziellen Anlagen aufbereitet werden. Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff werden entzogen, es entsteht Biomethan (Bioerdgas) mit denselben stofflichen Eigenschaften, die auch herkömmliches Erdgas aufweist. Es gibt in allen deutschen Bundesländern entsprechende Anlagen (außer im Stadtstaat Bremen), allerdings sind die regionalen Unterschiede groß.

Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt, das knapp 20 % des deutschen Biogases aufbereitet, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 12,7 % sowie Niedersachsen und Brandenburg mit je 12,5 %. Das hat viel mit den landwirtschaftlichen Flächen in den jeweiligen Bundesländern zu tun. Bayern liefert 10,5 %, NRW 6,8 %, Hessen 6,4 %, Baden-Württemberg 5,9 %, Sachsen 4,4 % und Thüringen 3,6 %.